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Armbrust

ArmbrustDie Armbrust ist den meisten Deutschen als altertümliche Waffe ein Begriff. Doch auch in der heutigen Zeit werden Armbrüste hergestellt und verkauft. Während sie in vielen anderen Ländern vor allem bei der Jagd zum Einsatz kommen, werden sie in Deutschland fast ausschließlich im Bereich des Sports eingesetzt. Einige Menschen, die für extreme Fälle vorsorgen wollen, überlegen, ob es sich lohnt, eine Armbrust zur Selbstverteidigung zu erwerben. Ist diese in der Selbstverteidigung sinnvoll und darf sie legal eingesetzt werden? Welche Gefahren gehen mit einer Armbrust einher, wie funktioniert sie überhaupt, und welche Varianten sind erhältlich?

Funktionsweise und Armbrust Varianten

Vereinfacht gesagt, handelt es sich bei der Armbrust um eine bogenähnliche Fernwaffe mit welcher Pfeile und Bolzen aus verschiedenen Materialien verschossen werden können. Bereits im fünften Jahrhundert vor Christus wurden Urformen der Armbrust gefertigt und eingesetzt. Das grundlegende Funktionsprinzip ist dabei bis heute unverändert.

Die Armbrust besteht aus einem horizontal auf einer Mittelsäule befestigten Bogen. Durch eine Rückhaltevorrichtung kann die Sehne der Armbrust ohne größere Anstrengungen gespannt werden und auch über einen längeren Zeitraum hinweg gespannt bleiben. Dies ermöglicht ein im Vergleich zum Klassischen Bogen sehr langes und genaues Zielen. Dieser Umstand bietet vor allem bei der Jagd enorme Vorteile gegenüber einem Bogen. Es wird demnach deutlich weniger Kraft seitens des Schützen benötigt – dennoch wird weitaus mehr Kraft auf den verschossenen Gegenstand übertragen.
Bei den modernen Armbrüsten kommt heutzutage nur noch selten Holz zum Einsatz, stattdessen werden sie aus modernen Materialien gefertigt, die gegenüber den Witterungsverhältnissen unempfindlich, sehr stabil und dabei auch vergleichsweise leicht sind.

Recurve Armbrust

Recurve ArmbrustCharakteristisches Merkmal für eine Recurve Armbrust ist, dass die Spitzen der Bogeneinheit zurückgebogen sind, solange die die Sehne nicht gespannt ist. Recurve Modelle sind prinzipiell sehr schlicht konstruiert und sehr einfach in der Anwendung (z.B. einfacherer Sehnenwechsel), weshalb diese auch bei Anfängern sehr beliebt sind.
Bei Recurve-Armbrüsten wird der Pfeil unmittelbar nach dem Betätigen des Abzugs maximal beschleunigt (direkte Einwirkung der maximalen Bogenleistung). Dadurch nimmt die Leistung auf Grund der Trägheit des Pfeils noch auf der Pfeilführungsschiene ab, was zu kleinen Vibrationen führen kann, die sich letztendlich auf die Präzision auswirken. Je nach Modell können Recurvearmbrüste Abmessungen (Länge Bogen x Schaft) von bis zu einem m² erreichen.

Compound Armbrust

Compound ArmbrustCompound Modelle sind moderne Armbrüste, die im Vergleich zu Recurve Modellen meist kompakter und leichter sind. Hier erreicht der Pfeil nach Betätigen des Abzugs erst am Ende der Pfeilführungsschiene seine Maximalgeschwindigkeit wodurch Vibrationen minimiert werden, was sich wiederum positiv auf die Präzision auswirkt und die Compound Armbrust trotz ihrer kompakten Bauweise äußerst Leistungsstark macht. Ein möglicher Nachteil der i.d.R. effizienteren Compound Modelle kann im Wechsel der Sehne gesehen werden. Diese weist hier zwar eine besonders hohe Robustheit auf, jedoch gestaltet sich der Wechsel der Sehne im Vergleich zur Recurve deutlich schwerer. Sollte kein entsprechendes Werkzeug vorhanden sein, wird hierfür meist ein Fachhändler aufgesucht.

Armbrustpistole / Mini Armbrust

ArmbrustpistoleEine Armbrustpistole unterscheidet sich in erster Linie durch die deutlich geringere Größe von klassischen Armbrüsten und verfügt außerdem über keinen Schaft. Eine Mini Armbrust ist, wie auch eine herkömmliche Pistole, mit einem Griff und einem Abzug ausgestattet, wird also aus der Hand abgefeuert. Übrigens sind auch von der Armbrustpistole Recurve und Compound Varianten verfügbar. Auf Grund der sehr kompakten Bauweise und Handhabung kann die Armbrustpistole sehr leicht transportiert und gehandhabt werden, erreicht jedoch klarerweise nicht die Leistung großer Armbrüste mit Schaft.

Einige Mini Armbrust Modelle können nicht nur Kurzpfeile verschießen, sondern sind zusätzlich mit einer Stahlkugelfunktion ausgestattet, wodurch auch 6- oder 8mm Geschosse verschossen werden können. Diese Pistolenarmbrüste verfügen meist auch über ein Magazin aus dem die Geschosse direkt in den Lauf gelangen. Dadurch ist ein relativ schnelles Nachladen möglich.

Die Armbrust zur Selbstverteidigung

Viele stellen sich die Frage ob eine Armbrust generell für den Einsatz im Rahmen der Selbstverteidigung geeignet ist. Dies lässt sich in der Regel verneinen, da die Armbrust zunächst eine potentiell tödliche Waffe ist. Außerdem handelt sich um eine Distanzwaffe, was sie für die Verteidigung der eigenen Person in „normalen“ Selbstverteidigungssituationen ungeeignet macht, da Angriffe zumeist aus kurzer Distanz erfolgen. Ein weiteres Hindernis ist zudem ist das Mitführen einer Armbrust im Alltag – dies ist in der Regel nicht möglich, da die Waffe insbesondere im Vergleich zu anderen Selbstverteidigungsmitteln relativ groß und unhandlich ist.

Lediglich bei der Verteidigung des eigenen Grundstücks gegen Einbrecher könnte eine Armbrust theoretisch zum Einsatz kommen. In einem solchen Fall müsste der Einsatz allerdings bereits erfolgen, wenn der Angreifer noch weit entfernt ist.
In Deutschland wäre ein derartiger Einsatz einer Waffe nicht gestattet, da die Grenzen der Notwehr damit weit überschritten wären. Zudem sind andere Waffen einer Armbrust auch bei der Heimverteidigung weit überlegen.

Armbrust und Waffengesetz

Deutschland

Die Armbrust zählt gemäß Anlage 1 des deutschen Waffengesetzes zu den Schusswaffen gleichgestellten Gegenständen welche feste Körper verschießen und deren Antriebsenergie durch Muskelkraft eingebracht und durch eine Sperrvorrichtung gespeichert werden kann. Wie aus Anlage 2 WaffG hervorgeht, bedürfen jedoch der Erwerb, Besitz und Führen keiner Erlaubnis. Demzufolge dürfen Armbrüste in Deutschland legal ab vollendetem 18. Lebensjahr erworben, besessen und auch geführt werden. Ein Waffenschein ist hierfür nicht erforderlich.

Österreich

In Österreich gilt die Armbrust als Waffe gemäß § 1 des österreichischen Waffengesetzes, nicht jedoch als Schusswaffe nach § 2 WaffG (Schusswaffen), da die Geschosse nicht durch einen Lauf verschossen werden. Demzufolge ist der Erwerb, Besitz und auch das Führen prinzipiell für Personen ab 18 Jahren erlaubt.

Schweiz

In der Schweiz unterliegt die Armbrust nicht dem Bundesgesetz über Waffen, Waffenzubehör und Munition sondern fällt unter die eidgenössische oder kantonale Jagdgesetzgebung, in der sie als verbotene Hilfsmittel bei der Jagd gilt. Demnach ist der Erwerb, Besitz, und das Führen prinzipiell ohne Mindestalter erlaubt.

Armbrust kaufen

Armbrüste und Armbrustpistolen sind in verschiedensten Ausführungen und Varianten sowohl in speziellen Armbrust Shops im Internet als auch bei gut sortierten Waffengeschäften erhältlichen. Während günstigere Armbrüste bei Preisen von etwa 50 Euro starten, sind dem Preis für besonders hochwertigen Modelle nach oben kaum Grenzen gesetzt.
Wer eine Armbrust online kaufen möchte, muss in der Regel einen Altersnachweis in Form eines Personalausweises, Passes oder Führerscheins erbringen. Hierfür ist es ausreichend einen Scan oder Foto des Ausweises per Mail an den Shop zu senden.