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Pfefferspray im Auto

Pfefferspray im Auto

Auch im Auto sind Situationen denkbar, in denen eine angemessene Selbstverteidigung, mitunter auch unterstützt durch eine Selbstverteidigungswaffe, nötig werden kann. Es stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage wie sinnvoll die Mitnahme von Pfefferspray im Auto ist, und vor welchen potentiellen Gefahren man sich damit im Ernstfall schützen kann.
Anschließend sollen einige geeignete Pfeffersprays fürs Auto sowie deren individuellen Vorteile vorgestellt werden. Außerdem soll auf einige wichtige Aspekte die bei der Mitnahme von Pfefferspray oder anderen Selbstverteidigungsmitteln im Auto beachtet werden sollten eingegangen werden.

Mögliche Gefahren im Auto

Im Auto als abgeschlossenem Raum besteht zunächst eine relativ hohe Sicherheit und  die meisten Menschen denken nicht daran, sich eventuell verteidigen zu müssen. Der Wagen scheint ein sicherer Aufenthaltsort zu sein und im Notfall könnte man einfach wegfahren. Dies wird in den allermeisten eintretenden Situationen tatsächlich der Fall sein. Dennoch können auch hier gefährliche Situationen eintreten, in denen eine angemessene Selbstverteidigung erforderlich ist.

Vor allem nachts und in abgelegenen Regionen besteht die Gefahr, im Auto überfallen zu werden. Ob an einer roten Ampel oder auf einem Parkplatz – es gibt Situationen in denen eine Flucht trotz des Autos nicht mehr möglich ist. Wer einmal mit seinem Auto in südeuropäischen Ländern unterwegs war, wird – vor allem in größeren Städten – Bettler kennengelernt haben, die an roten Ampeln von Auto zu Auto gehen. Diese Menschen sind in der Regel als recht harmlos einzuschätzen, verdeutlichen jedoch, dass das subjektive Sicherheitsgefühl im Auto schnell sinken kann. Auch hierzulande sind derartige Situationen möglich. Überfälle auf Personen in Autos sind in Deutschland zwar selten, kommen jedoch ebenfalls vor.

Weitaus häufiger entstehen heikle Situationen vermutlich bei Konflikten mit besonders aggressiven Autofahrern – regelmäßig hört man von Fahrern die andere Bedrohen oder sogar Angreifen. In derartigen Situationen kann ein Pfefferspray im Auto durchaus geeignet sein um einen Angriff zu verhindern oder abzuwehren.

Anforderungen an Pfefferspray im Auto

Die Frage ob Pfefferspray eine sinnvolle Bewaffnung im Auto ist, lässt sich prinzipiell mit „Ja“ beantworten. Die Wahrscheinlichkeit, dass es jemals zum Einsatz kommen wird, ist zwar gering – das subjektive Sicherheitsgefühl des Autofahrers steigt alleine durch das Mitführen des Abwehrsprays jedoch enorm an. Damit man im Ernstfall jedoch möglichst schnell und effektiv handeln kann ohne sich selbst zu gefährden, gilt es jedoch einige Tipps und Hinweise zu beachten.

1. Die Größe und Optik des Pfeffersprays

Die Größe und das Gewicht des Sprays ist im Vergleich zu anderen Anwendungsszenarien, wie beispielsweise Pfefferspray beim Joggen oder als täglicher Begleiter, eher nebensächlich. Es muss also nicht speziell darauf geachtet werden auf möglichst kompakte Modelle zurückzugreifen, wodurch sich nicht unerhebliche Vorteile ergeben.

Angenommen es handelt sich um einen unbewaffneten Menschen, der aufdringlich wird oder sie gar überfallen will, kann die Größe oder auch die Optik (z.B. Pfefferspray Pistole) des Sprays jedoch eine entscheidende Bedeutung haben. Diese entscheidende Bedeutung ist dabei nicht auf den tatsächlichen Einsatz des Pfeffersprays, sondern auf seine abschreckende bzw. einschüchternde Wirkung zurückzuführen. Alleine durch das offensive Zeigen des Pfeffersprays wird zumindest ein unbewaffneter Mensch in der Regel die Flucht ergreifen. Ein großes oder auffälliges Pfefferspray kann hierbei tatsächlich einen weitaus stärkeren Effekt hervorrufen als ein kleines – alleine schon, da es besser als solches erkannt werden wird.

Ein weiterer Vorteil ergibt sich bei etwas größeren Modellen natürlich auch durch die größere Menge verfügbaren Reizstoffes – es erhöht sich also die Trefferwahrscheinlichkeit und auch mehrere Angreifer sind leichter abzuwehren.

2. Ballistischer Strahl oder Sprühnebel?

Das Risiko einer Selbstkontamination bei der Verwendung von Pfefferspray im Auto ist auf Grund des kleinen Raums jedenfalls als hoch einzuschätzen – solange auch der Gegner getroffen wird ist dies jedoch vermutlich nebensächlich. Bei der Verwendung von Pfeffersprays mit Sprühstrahl oder auch Pfefferpistolen kann das Selbstkontaminationsrisiko im Vergleich zu Modellen mit Sprühnebel jedoch deutlich gesenkt werden.

3. Griffbereitschaft

Das Pfefferspray sollte für den Notfall jedenfalls griff- und einsatzbereit sein. Wer sich dafür entscheidet, ein Pfefferspray im Auto mitzuführen, sollte zu jeder Zeit wissen, wo sich dieses befindet. Am besten ist es, das Abwehrspray permanent an einer bestimmten Stelle im Auto zu verstauen – das Handschuhfach ist jedoch nur eingeschränkt zu empfehlen!

Geeignete Pfeffersprays fürs Auto

Wir haben uns zahlreiche Abwehrsprays und Holster etwas genauer angesehen, und diese auf deren Eignung beim Joggen und auch anderen sportlichen Aktivitäten geprüft. Folgende Modelle sind dabei unserer Ansicht nach besonders empfehlenswert:

  • JPX Jet Protector
  • Fox Labs Mean Green
  • RSG-3 63ml Polizeimodell

Der JPX Jet Protector eignet sich insbesondere auf Grund seiner durchschnittlichen Abmessungen sowie der abschreckenden Wirkung auf Grund der Pistolenähnlichen Optik für die Bereithaltung im Auto. Im Gegensatz zu normalen Abwehrsprays in der Dose wird der äußerst potente Reizstoff (Effektive 400.000 Scoville) hier mittels pyrotechnischer Treibladungen aus dem Magazin gepresst. Daraus resultiert eine massive Geschwindigkeit, Stabilität und Durchschlagskraft des Reizstoffes.

Bei diesem klassischem Pfefferspray des Qualitätsherstellers Fox Labs stehen insgesamt 90ml Reizstoff zur Verfügung. Trotz dieser recht großen Menge an verfügbarem Reizstoff halten sich die Abmessungen mit 14,7cm (Höhe) und 3,8 (Durchmesser) in Grenzen. Zusammen mit der strahlförmigen Reizstoffabgabe eigent sich dieses Modell hervorragend als ständiger Begleiter im Auto. Wie auch dem Namen zu entnehmen, wurde dem Reizstoff des Fox Labs Mean Green ein grüner Farbstoff beigemengt, welcher eine spätere Täteridentifizierung erleichtern soll.

Beim RSG-3 Polizeimodell mit 63ml Reizstoff handelt es sich um ein 2 Komponenten Sytem. Dieses Abwehrspray besteht aus einem  Gehäuse, welches das ergonomische Griffstück mit einer speziellen Anti-Rutsch-Beschichtung darstellt, sowie der austauschbaren TW1000 Reizstoffkartusche. Zu beachten ist, dass sich die Bezeichnung Polizeimodell auf das Griffstück und nicht die Reizstoffkartusche bezieht. Der Reizstoff wird hier in Form eines ballistischen Strahls abgegeben, wodurch sich dieses Modell auch sehr gut für einen Einsatz im Auto eignet.

Das sollte jedenfalls beachtet werden

Wer sich für das Mitführen von Pfefferspray im Auto zur Selbstverteidigung entscheidet, sollte dabei folgende wichtige Faktoren beachten:

Hohe Temperaturen im Auto

Speziell in den wärmeren Sommermonaten sollte jedenfalls bedacht werden, dass Pfefferspray im Auto unter Umständen sehr hohen Temperaturen ausgesetzt ist. Je nach Produkt sollten Temperaturen von ca. 50 – 60 °C nicht überschritten werden.

Grenzübertritte

Speziell viele Menschen die in Grenzgebieten leben fahren regelmäßig ins Ausland um einzukaufen oder Freizeitaktivitäten nachzugehen. Dabei ist dringend zu beachten, dass die Gesetzgebungen zu Pfefferspray teilweise sehr unterschiedlich sind. Während es bei Fahrten nach Österreich, Frankreich oder die Schweiz (Vorsicht Ausnahmen) keine Probleme geben sollte, sind Pfeffersprays in anderen Ländern wie Belgien, Niederlande oder Luxemburg gänzlich verboten. Gleiches muss natürlich auch bei Urlaubsfahren bedacht werden!

Weitere Selbstverteidigungswaffen im Auto

Wer nach einer geeigneten Selbstverteidigungswaffe fürs Auto sucht, ist mit Pfeffersprays oder Pfefferpistolen sicherlich sehr gut ausgestattet – doch welche alternativen Selbstverteidigungsmittel kommen für diesen Einsatzbereich in Betracht?

Auf Grund der sehr eingeschränkten Platzverhältnisse in Autos macht die Mitnahme von Schlagstöcken wie Tonfa, Kubotan oder dem Teleskopschlagstock vermutlich keinen Sinn. Gefragt sind hier vielmehr Verteidigungsmittel die auch auf engstem Raum genutzt werden können.

Da Abmessungen und Gewicht eine eher untergeordnete Rolle spielen wäre hier beispielsweise der Einsatz von Schreckschusswaffen oder Elektroschockern eine geeignete Alternative. Beide zeigen nicht nur eine abschreckende Wirkung, sondern können auch noch in engeren Räumen eingesetzt werden – insbesondere beim Elektroschocker ist die Gefahr der Selbstverletzung sehr gering und er kann auch noch bei direktem Körperkontakt eingesetzt werden.

Sonstige Verhaltensempfehlungen

In den seltensten Fällen wird es im Auto zu einem Überfall durch einen bewaffneten Täter kommen. Es wird sich eher um Bettler, Kleinkriminelle oder anderweitig aufdringliche Menschen handeln, welche die Sicherheit im eigenen Auto gefährden oder die Insassen belästigen.

Unabhängig davon, ob ein Pfefferspray mitgeführt wird oder nicht, sollte man das Auto in der Regel nicht verlassen und alle Türen verriegeln und Fenster geschlossen lassen. Der Angreifer wird so kaum eine Chance haben, schnell vorzudringen und wird sich meist nach kurzer Zeit wieder abwenden. Das Pfefferspray kann so natürlich nicht eingesetzt werden.

Ein Einsatz sollte nur in Erwägung gezogen werden, wenn davon auszugehen ist, dass der potentielle Angreifer nicht vom Auto ablassen wird oder wenn er es, aus welchen Gründen auch immer, schafft, in das Auto einzudringen. Im normalen Alltag werden solche Situationen mit hoher Wahrscheinlichkeit jedoch nicht eintreten.