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Selbstverteidigung für Frauen

Es ist für viele Frauen das Horrorszenario schlechthin: Sie gehen abends, ganz allein in der Dunkelheit, einen menschenleeren Weg entlang und hören plötzlich Schritte, die schneller näher kommen.
Die Gedanken beginnen zu rasen: „Werde ich jetzt überfallen und ausgeraubt? Oder gar vergewaltigt?“. Aufkeimende Angst beginnt, Ihren Verstand und Ihren Körper zu lähmen.

Selbstverteidigung für FrauenVielleicht ist die Situation harmlos und der Passant, der plötzlich hinter Ihnen aufgetaucht ist, geht lediglich schnell an Ihnen vorbei, um ebenfalls rasch sein Haus oder die nächste Bushaltestelle zu erreichen.
Doch was passiert, wenn der Verfolger eben  doch nicht harmlos ist?
Was, wenn es sich tatsächlich um einen Dieb oder Vergewaltiger handelt?
Und welche Mittel zur Selbstverteidigung für Frauen eignen sich prinzipiell um mögliche Angriffe erfolgreich abwehren zu können?

Verhaltenstipps im Ernstfall

Sollte es tatsächlich zu einem Überfall kommen, ist es ratsam, nicht in Panik zu verfallen und so ruhig wie möglich zu bleiben. Zuallererst kommt es darauf an, ob der Täter eine Waffe bei sich führt oder nicht. Zückt dieser ein Messer oder gar eine Pistole, ist es nicht empfehlenswert, ihn umgehend mit erlernten Selbstverteidigungstechniken zu attackieren – leider ist es jedoch äußerst schwer in einer derartigen Situation Ruhe zu bewahren und abzuschätzen, was der potentielle Angreifer wirklich im Sinn hat.

Sollte es sich tatsächlich „nur“ um einen versuchten Raub handeln lautet die Frage, die man sich in diesem Moment stellen sollte: „Sind es das Handy oder die 50 Euro in meiner Brieftasche wirklich wert, dafür lebensgefährlich verletzt zu werden?“ Die Antwort darauf kann nur lauten: „Nein, sicher nicht!“

Wer mit einer Waffe bedroht wird sollte also in jedem Fall ruhig bleiben und dem Täter sein Geld aushändigen. Erstrebenswert wäre es, sich währenddessen möglichst viele Einzelheiten bezüglich des Diebes einzuprägen – vom Aussehen über besondere Merkmale bis hin zu einem auffallenden Dialekt.
Nach dem Überfall führt dann der erste Weg zur nächsten Polizeistation, um Anzeige zu erstatten und eine möglichst genaue Beschreibung des Täters abzugeben.

Wenn jedoch der Verdacht nahe liegt, dass ein sexueller Übergriff oder schlimmstenfalls der Versuch einer Vergewaltigung unmittelbar bevor stehen könnte, stellt sich die Situation völlig anders dar. Wenn es nicht möglich ist der Situation zu entkommen oder andere Menschen auf die Notlage aufmerksam zu machen, sollte unserer Ansicht nach jedes nur erdenkliche Mittel in Betracht gezogen werden um den Angreifer außer Gefecht zu setzen!

Hier können verschiedene Methoden zum Selbstschutz angewendet werden – von Pfeffersprays über Taschenalarme oder Elektroschocker, bis hin zu einfachen, aber effektiven Verteidigungsgriffen, die in speziellen Selbstverteidigungskursen für Frauen vermittelt werden. All diese Maßnahmen bedeuten jedoch nicht, dass ein filmreifer Zweikampf entbrennen darf. Jede Aktion soll darauf ausgerichtet sein, eine Möglichkeit zur schnellen Flucht schaffen!

Selbstverteidigungskurse für Frauen stärken das Vertrauen in die eigene Kraft

Selbstverteidigungskurse für Frauen sind generell eine gute Sache, denn sie ermöglichen es den teilnehmenden Frauen, ihr Selbstvertrauen aufzubauen und dies nach außen hin auszustrahlen. Dies ist die bestmögliche Prävention gegen Überfälle – denn wer selbstbewusst und stark auftritt, wird von anderen nicht als Opfer wahrgenommen und somit nicht zur Zielscheibe von „übergriffigem Verhalten“.

Zusätzlich lernen Frauen in diesen Kursen effektive Handgriffe, mit denen sie einen Täter überraschend attackieren und kurzzeitig außer Gefecht setzen können. Alle Angriffstechniken, die in diesen Kursen gelehrt werden, setzen auf das Überraschungsmoment, denn ein Angreifer schätzt sein Opfer zuerst einmal als wehrlos ein. Erfolgen dann seitens der Überfallenen plötzlich einige schwere Attacken, kann sich der Täter nicht so schnell auf die neue Situation einstellen oder gar zur Wehr setzen.

Ein wesentlicher Bestandteil der Kurse ist jedoch auch das Vermitteln der Einsicht, dass nach der überraschenden Attacke eine Flucht angeraten ist. Sobald sich der Täter vom Angriff und dem ersten Schrecken erholt hat, könnte er zu einem weitaus aggressiveren Vorgehen wechseln. Dies würde im weiteren Verlauf eine enorme Gefahr für Leib und Leben des Opfers bedeuten.

Kurse zur Selbstverteidigung für Frauen und Mädchen werden in zahlreichen Städten von Vereinen wie beispielsweise dem SVF e.V. (Berlin), Kampfsportschulen oder auch von der Polizei angeboten.

Abwehrspray als Maßnahme zur Selbstverteidigung

Eine beliebte und jedenfalls geeignete Möglichkeit zur Selbstverteidigung für Frauen ist das sogenannte Abwehrspray. Das Bekannteste unter ihnen dürfte das sogenannte Pfefferspray sein.
Dieses Mittel zur Selbstverteidigung versteckt sich in einer kleinen, unscheinbaren Dose oder Pistole, die mit einem effektiven Wirkstoff (Oleoresin Capsicum) gefüllt ist, der durch das Bedienen des Abzugs oder eines anderen Druckmechanismus als starker Strahl mit einer Reichweite von 1,5 bis 7 Metern freigesetzt wird.

Selbstverteidigung für Frauen mit PfefferprayWird ein Angreifer vom Pfefferspray getroffen, reagiert der Wirkstoff innerhalb kürzerster Zeit mit den Augen, der Haut und den Atemwegen. In den Augen wird der Getroffene einen brennenden Schmerz verspüren, der ihn zum Schließen der Augen zwingt und somit teilweise kampfunfähig macht.
Auch die Haut kann mit starken Reizungen auf den Wirkstoff reagieren. Gelangt das OC in den Mund und von dort aus in die Atemwege, löst es einen starken Hustenreiz aus.

Falls eine Person, die ein Pfefferspray bei sich führt, angegriffen wird, kann sie den Täter durch einen gezielten Strahl lange genug außer Gefecht setzen, um die Flucht anzutreten. Sehr effektiv sind auch sogenannte Pfefferspray Pistolen wie beispielsweise der Guardian Angel 2 oder der JPX Jet Protector aus dem Hause Piexon. Zu beachten ist bei diesen Modellen jedoch, dass im Gegensatz zu klassischen Sprays nur 2 Reizstoffladungen abgegeben können – diese sind zwar äußerst effektiv, erfordern jedoch eine höhere Zielgenauigkeit.

Rechtlich gesehen dürfen derartige Sprays als Schutz gegen Tiere (meistens Hunde) mitgeführt werden. In Notsituationen dürfen sie allerdings auch zum Zwecke der Selbstverteidigung gegen Menschen eingesetzt werden. Ausführliche Informationen zur entsprechenden Bestimmungen findet ihr hier.

Taschenalarm zum Schutz gegen Angriffe

Taschenalarme sind als psychische Abwehrmittel gegen Angreifer einzustufen, denn ihre Wirksamkeit geht nicht mit einer körperlichen Attacke einher. Hinter dem Begriff verbergen sich kleine Geräte in der Größe eines Schlüsselanhängers, die dadurch perfekt in jede Tasche passen und für einen potentiellen Täter unsichtbar sind.

Sollte ein Angriff erfolgen, reicht ein kleiner Knopfdruck aus, um einen schrillen, lauten Alarmton freizusetzen, welcher die Aufmerksamkeit anderer Passanten auf sich ziehen kann. In einem Notfall wird so schnellstmöglich Hilfe herbeigerufen.
Diese Einsicht kann bei einem Täter dazu führen, dass er von seinem Vorhaben ablässt und flieht, bevor er durch die eintreffende Hilfe geschnappt werden kann.

Wie hilfreich sind Pfefferspray und Taschenalarm im Notfall wirklich?

Die Wirkung von Pfefferspray klingt in vielen Ohren wie ein überzeugendes Argument, welches für die Anschaffung eines solchen Selbstschutzes spricht. Prinzipiell gesehen ist das auch richtig – wird es korrekt angewendet und der Angreifer getroffen, kann man sich schnell aus der Gefahr retten.

Doch was passiert, wenn der Angreifer sehr geschickt ist und es im Handgemenge schafft, das Pfefferspray an sich zu bringen? Dann könnte er es ganz einfach selbst gegen sein Opfer anwenden.
Damit wäre der Überfallene seiner letzten Möglichkeit zur Flucht beraubt worden und müsste wehrlos alles über sich ergehen lassen, was nun folgt.
Daher sind der Besitz und der Einsatz von Abwehrsprays ein zweischneidiges Schwert und nicht jedem tatsächlich zu empfehlen – dies muss letztendlich jedoch selbst entschieden werden. Übringens, auch in verschiedenen Kursen zur Selbstverteidigung für Frauen wird der richtige Einsatz von Abwehrsprays trainiert.

Der Taschenalarm hingegen hat sich als Helfer in Notfällen gut bewährt, denn er kann nicht als Waffe gegen den Anwender eingesetzt werden und erfüllt innerhalb weniger Sekunden seinen Zweck, indem er die gesamte Umgebung in Alarmbereitschaft versetzt.

Weitere Mittel zur Selbstverteidigung für Frauen

Prinzipiell ist kein Unterschied zwischen einer effektiven Selbstverteidigung für Frauen oder eben für Männer zu sehen. Ziel ist es, einen Angreifer möglichst schnell und effektiv außer Gefecht zu setzen um sich in Sicherheit bringen zu können – und dies im idealfall unter Ausschluß direkten Körperkontaktes.
Während dies durch die Anwendung von Pfefferspray oder CS-Gas möglich ist, weisen diese Selbstverteidigungsmittel in einer Nahkampfsituation jedoch gewisse Nachteile auf.

Alternativen können daher auch Selbstverteidigungswaffen wie Elektroschocker, Kubotan oder auch kombinierte Selbstschutzmittel (z.B. Elektroschocker bzw. Kubotan mit Pfeffersprayfunktion oder Alarmfunktion) sein.
Unabhängig davon sollte man sich jedoch mit dem gewählten Selbstverteidigungsmittel vertraut machen (zum Beispiel mit Trainingssprays) um dieses im Notfall auch möglichst effektiv einsetzen zu können.

Vermeidung gefährlicher Situationen

Es ist traurig und ungerecht, dass insbesondere Frauen auf Grund einiger armseliger Individuen in ihrer Freiheit eingeschränkt sind.
Dennoch sollten – wenn möglich – gewisse potentiell gefährliche Situationen einfach vermieden werden. So sollte insbesondere Nachts auf unfrequentierte oder unbeleuchtete Wege verzichtet werden, oder idealerweise auf Taxis zurückgegriffen werden.

Und zuguter Letzt – vertraut auf eure Instinkte!
Wenn Ihr das Gefühl habt, dass in einer Situation etwas nicht ganz stimmt, oder in einer Umgebung ein ungutes Gefühl aufkommt, dann nehmt das jedenfalls ernst und reagiert, denn dieses Gefühl entsteht oft nicht ohne Grund!